A9-Ausbau im Pfynwald: Rodung von 12 Hektar für neue Baupiste und Gasleitung

Im Rahmen der Ausbauarbeiten an der Nationalstrasse A9 schreiten die Rodungsarbeiten im Pfynwald bei Leuk voran. Insgesamt werden 12 Hektar Waldfläche gerodet – eine Massnahme, die notwendig ist, um den Bau der A9-Unterflurlösung sowie die Umlegung der Swissgas-Hochdruckleitung vorzubereiten.

Rodung im Pfynwald: Warum Bäume gefällt werden müssen

Die Rodung entlang der Kantonsstrasse kurz nach Susten ist Teil der Vorbereitungen für den unterirdischen A9-Abschnitt durch den Pfynwald. Die neue Trasse wird zu 75 Prozent unterirdisch verlaufen, wodurch die Landschaft langfristig wieder ein natürliches Erscheinungsbild erhält. Damit die Baupiste angelegt und die Versorgungsleitungen verlegt werden können, ist die Entfernung der bestehenden Waldfläche unumgänglich.

Mehr als Bäume fällen: Aufwendige Nacharbeiten

Das Fällen der Bäume stellt nur einen Teil der Arbeiten dar. Der Forst Region Leuk ist zusätzlich für die vollständige Räumung der Flächen zuständig – inklusive der Entfernung von Ästen, Sträuchern und Buschwerk. Auf die Grobräumung folgt die Feinräumung, sobald die gesamte Fläche gerodet ist.

Ein grosses Thema dabei ist auch die Beseitigung von Abfall im Waldgebiet. Über Jahre hinweg haben sich entlang der Strasse und in tieferen Waldbereichen Müll wie Plastik, Aludosen oder Zigarettenstummel angesammelt. Dieser wird im Zuge der Rodung ebenfalls eingesammelt und fachgerecht entsorgt.

Neophytenbekämpfung als Teil der Umweltpflege

Ein weiterer zentraler Bestandteil der Forstarbeiten ist die Bekämpfung invasiver Pflanzenarten (Neophyten), die durch Erdbewegungen oder Bautätigkeit verstärkt auftreten können. Besonders auf dem Illbachkegel wird gezielt gegen Arten wie die Robinie vorgegangen. Ziel ist es, die Ausbreitung dieser Pflanzen zu stoppen, um die biologische Vielfalt im Pfynwald zu erhalten.

Pfyngut: Zentrum für Aushubmaterial und neue Infrastruktur

Im Bereich des Pfynguts, einem rund 20 Hektar grossen Gelände im Pfynwald, laufen derzeit archäologische Grabungen. In Zukunft soll dort ein Kieswerk entstehen, in dem Aushubmaterial aus dem Tunnelbau aufbereitet wird. Das aufbereitete Gestein kann später für den Betonbau weiterverwendet werden – ein Beispiel für nachhaltige Materialkreisläufe im Strassenbau.

Auch die Swissgas-Hochdruckleitung wird im Zuge des Projekts teilweise unterirdisch verlegt – die genauen Verläufe richten sich nach der örtlichen Topografie. Nach Fertigstellung der Tunnelbauarbeiten erfolgt eine landschaftsverträgliche Umgestaltung der betroffenen oberirdischen Streckenabschnitte.

Ausgleichsmassnahmen für den Naturraum Pfynwald

Trotz der Eingriffe bleibt der Naturschutz ein zentrales Anliegen. Die Dienststelle für Nationalstrassenbau plant insgesamt rund 20 ökologische Ausgleichsmassnahmen, um die Auswirkungen der Bauarbeiten zu kompensieren. Dazu zählt unter anderem die gezielte Renaturierung von Flussabschnitten der Rhone.

Abschluss der Rodungsarbeiten steht bevor

Die letzten Baumfällungen werden im Verlauf der nächsten Woche abgeschlossen. Holzstapel entlang der Kantonsstrasse zeugen noch von den Arbeiten – diese werden im Laufe des Jahres abtransportiert. Damit sind die Rodungsarbeiten im Pfynwald offiziell beendet, während die Bauvorbereitungen für den A9-Tunnel in die nächste Phase übergehen.

Die Rodung im Pfynwald ist ein notwendiger Schritt für den A9-Ausbau – verbunden mit umfassenden Umweltschutzmassnahmen und innovativen Lösungen zur Ressourcennutzung. Weitere Informationen und aktuelle Updates finden Sie auf a9-info.ch.

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